Auf der Schnellstraße drehte ich richtig durch. Mein Hirn, meine Gedanken – in mir wirbelte alles wie wild herum. Zum ersten Mal in meinem Leben verstand ich, wie extremer Stress dein Hirn auf unmögliche Dinge bringen kann. Stress verformt dein Denken, führt dich auf gefährliche Wege, die dir im Augenblick aber vollkommen sinnvoll erscheinen.
So kommt es, dass Leute sich umbringen, dachte ich. Bei denen hat sich das Gehirn verdreht. (S. 40)
Das ist das Ding mir Geheimnissen, sie machen einen verrückt. Wirklich wahr. Sie isolieren dich. Sie trennen dich von deinem Stamm. Irgendwann zerstören sie dich. Es sei denn, man ist stark. Es sei denn, man ist sehr, sehr stark. (S. 137)
Aber war das wirklich Freiheit? Wenn da all dieses dunkle Zeug in meinem Kopf herumspukte, all diese Dinge, über die ich nie sprechen, die ich nie jemandem erzählen konnte? Wenn im Kopf was nicht stimmte, begriff ich, konnte jeder Ort ein Gefängnis sein.
Selbst ein nettes Haus im Vorort. (S. 147)
Es ist schwer, eine Lüge zurückzunehmen, wenn sie erst einmal ausgesprochen ist. Und zudem wird sie im Laufe der Zeit von anderen Dingen überlagert. Geheimnisse werden im alltäglichen Leben einfach untergebuddelt. Und wenn sie dann schon tief unten sind, ist es noch schwerer, sie auszugraben, und was für einen Sinn hätte das überhaupt? (S. 158)
Eines war sicher: ich würde es nie vergessen. Vielleicht stimmte es, dass die Zeit alle Wunden heilte, aber die Narben konnte sie nicht ausradieren. (S. 158)
Das war das Gute daran, dass ich in den letzten beiden Monaten auf dich gestoßen bin. Du hast mir irgendwie den Arsch gerettet. Der Grund ist: Ich vertraue dir. Wirklich. Und mehr braucht es nicht. Zu wissen, dass da noch jemand ist, der auf meiner Seite ist, jemand, der mir den Rücken stärkt. Das reicht, um bei Sinnen zu bleiben. (S. 178)
Falls dus schon gelesen hast: Findest du das Ende auch
irgendwie unbefriedigend? Das Gefühl hab ich in letzter Zeit öfter bei „realistischen“
Büchern. Einerseits haben die Autoren eh Recht damit – Im Leben gibts oft keine
befriedigenden Lösungen oder absoluten Schlussstriche, also wieso sollte es sie
in der Literatur geben? – aber andererseits ist Literatur ja eben nie genauso
wie das Leben also wieso sollte sie sich ausgerechnet in dieser Hinsicht so
verhalten?
Übrigens findets mein übermüdetes Hirn grad ziemlich witzig, dass dieser Post quasi eine Antwort auf deinen *schluck* vorvorletzten ist. Weißt du, in welcher Hinsicht? =P
Übrigens findets mein übermüdetes Hirn grad ziemlich witzig, dass dieser Post quasi eine Antwort auf deinen *schluck* vorvorletzten ist. Weißt du, in welcher Hinsicht? =P
Yay, du hast gepostet!
ReplyDeleteÄhm ... okay, das mit der Antwort versteh ich grad nicht, aber ich hab auch vergessen was mein vorvorletzter Post war xD! Muss dann gleich nachschauen, vielleicht wird's mir dann klar ...
Ich hab' das Buch noch nicht gelesen, aber die Zitate gefallen mir! Vielleicht les' ich's ja doch auch noch ... Am besten find' ich das mit den Lügen - wobei, ich find' dass das nicht nur auf Lügen zutrifft ... bei mir passiert das oft mit falschen Annahmen über mich. Irgendwer nimmt irgendetwas an, und ich find's zu peinlich sie zu korrigieren, und später is' es dafür natürlich schon zu spät ...
Und was Realimus in Literatur betrifft: prinzipiell stimm' ich dir zu. Ultimativ ist Literatur nicht die Realität, das heißt, dass der Autor die Freiheit hat, bessere Enden für seine Figuren zu finden, als diese im echten Leben bekommen würden (das is' meist auch wichtig in Hinblick auf den Sinn/die Moral der Geschichte meiner Meinung nach). Andererseits ... gerade ein Zeichen von Literatur ist es, dass der Autor die Freiheit hat ALLES zu tun, was er will. Also auch unbefriedigende Enden zu schreiben. Ich glaub' manchmal passt das auch ganz gut zum Thema ... aber um darüber mehr sagen zu können, müsste ich jetzt das Buch gelesen haben xD.
Eins noch aber zu dem Thema: prinzipiell stimm' ich dir trotzdem zu. Wenn ein Buch kein befriedigendes Ende hat, mag' ich es meist nicht ;)!
Hat ja auch lang genug gedauert, gelobe Besserung ;-) Jetzt hab ich ja auch endlich wieder was gelesen über das man posten könnte =)
ReplyDeleteHaha - Is es dir inzwischen klar geworden? Tipp: dein vorvorletzter Post war The Tyger von William Blake ;-)
Voll!! Meistens denkt man sich auch zuerst, dass es sich bei so einer Kleinigkeit nicht lohnt, viel Aufhebens drum zu machen, dass es eine falsche Annahme ist und irgendwann wirds dann doch wichtig aber dann ist es irgendwie schon zu spät ~
Wenn du mal ein paar Stündchen Zeit hast (und ichs dir zurückgegeben hab ;-) ) kannst dus echt ruhig mal lesen - ist ja echt nicht so lang und eignet sich vielleicht auch als Klassenlektüre...
Absolut! Mir gehts genauso! Ich glaub deshalb hab ich mit so vielen moderneren Büchern Probleme, die weder Krimis noch Abenteuer- oder Fantasyromane sind...
Irgendwie will man halt doch eine eindeutigen Schluss und wissen, dass die Charaktere happily ever after leben nachdem man das Buch schließt...